Essingen will Barrieren abbauen

Mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Post

Bürgerstiftung gibt Anregungen – Stiftungskapital auf 360 000 Euro angewachsen

„Unser Projekt hat zum Ziel, eine Gemeinde ohne Barrieren zu schaffen im Blick auf eine immer älter werdende Gesellschaft“, meinte der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Dr. Rainer Lächele im Gemeinderat.

LOTHAR SCHELL

Essingen. In Vernetzung mit dem Essinger Sozialführerschein hatte die Bürgerstiftung letztes Jahr beschlossen, sich künftig schwerpunktmäßig dem Thema „Mehr Lebensqualität in Essingen“ zu widmen.

„Mehrwert für die Bürger stiften“, meinte Dr. Lächele, und es gehe auch nicht darum, sich gleich in kostspielige Maßnahmen zu stürzen. „Vieles ist schon bewegt worden, manches ist gar nicht so teuer, wie es auf den ersten Blick scheinen mag“, erklärte er den Rätinnen und Räten und legte einen umfassenden Bericht in Wort und Bild über eine Begehung der Gemeinde mit einer Rollstuhlfahrerin sowie betroffenen Bürgerinnen und Bürgern mit Rollatoren vor.

„Die Bürgerstiftung setzt sich in großartiger Weise für die Jugend und für dieSenioren ein“, meinte Bürgermeister Wolfgang Hofer, der die Anregungen in keiner Weise als Kritik, sondern als Denkanstöße für künftige Planungen sah. Der Rundgang der Bürgerstiftung verlief vom Seniorenzentrum über die evangelische Kirche zur Schloss-Scheune und dann durch den Park über den katholischen Kindergarten St. Christophorus zur katholischen Kirche. Exemplarisch nannte Dr. Lächele einige „Hemmschwellen“. So seien zum Beispiel vor dem Seniorenzentrum die Randsteine für einen Rollator zu schwer zu überwinden. Denkbar wäre es, nur Teile der Randsteine abzusenken. Auch das Buckelpflaster am Pflegeheim sei nur schwer passierbar. Beim Übergang von der Musikschule zur Gaststätte Ritter bestünden zu hohe Absätze, die das entscheidende Hindernis seien für den Einstieg in den Omnibus. Abgesenkte Randsteine sollten farblich markiert werden, meinte Dr. Lächele.
Die Pflasterung der Rathausgasse erschwere die Querung mit Rollstuhl und Kinderwagen. Der Vorsitzende der Bürgerstiftung versäumte es allerdings auch nicht, lobenswerte und gut gelungene Lösungen zu artikulieren – wieetwa der Zugang zur Filiale der Kreissparkasse oder zur VR-Bank. „In einem Jahr wollen wir die Begehung wiederholen, vielleicht gibt es dann schon wieder einige Verbesserungen“, blickte Dr. Lächele in die Zukunft.

Dr. Dieter Bolten verwies auf das hochaktuelle Thema, mit dem sich auch der Förderverein Essingen für Seniorenbetreuung seit Jahren befasse. Er bat die Verwaltung, dieses Thema zur Kernaufgabe in den Technischen Ausschuss zu delegieren.

„Vieles können wir mit einfachen Mitteln regeln, bei einigen anderen Beispielen wird es schwieriger“, meinte der Bürgermeister. Ein viel gehörter Wunsch sei zum Beispiel, das Pflaster beim Seniorenzentrum rauszunehmen.
Auf Grund baulicher Gegebenheiten sei in Gaststätten manches nicht möglich, um behindertengerechte Toiletten zu realisieren, meinte der Bürgermeister. Mit Rampen lasse sich allerdings manches Problem lösen.

„Es ist gut, dass Betroffene in den Rundgang einbezogen wurden, da kommen die Eindrücke ungefiltert rüber“, meinte Manfred Kolb. Simone Funk dankte der Bürgerstiftung für die soziale Initialzündung, die den weiteren Prozess beschleunigen werde.

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