Die Zinsen machen sich bezahlt

Bild: Der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Dr. Rainer Lächele, ist mit deren Entwicklung sehr zufrieden.
(Foto: sf)

Mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Post

Kapitalstock der Essinger Bürgerstiftung ist auf 320 000 Euro gewachsen – Kurs Sozialführerschein angeschoben

Drei Jahre nach der Gründung freut sich der Vorstand der Bürgerstiftung Essingen über einen gewachsenen Kapitalstock von knapp 320 000 Euro. „Mit den Zinserträgen können wir viel fördern und anstoßen“, zeigt sich Vorsitzender Dr. Rainer Lächele mit der Entwicklung zufrieden.

SANDRA FISCHER

Essingen. Die Idee einer Bürgerstiftung in Essingen hatte Bürgermeister Wolfgang Hofer schon lange. Ende 2007 wurde sie gegründet. „Ausschlaggebend war damals die Debatte um den Verkauf des Essinger Schlosses, und die Gemeinde Essingen versuchte, Finanzquellen für den Erwerb des Gebäudes zu erschließen“, blickt Hofer in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Bürgerstiftung zurück. Bereits bei ihrer Gründung habe die Stiftung eine beachtliche Kapitaleinlage von Berndt-Ulrich Scholz erhalten. „Und mit Unterstützung der Gemeinde Essingen hatten wir damit eine tragfähige Basis mit einem Stiftungskapital von insgesamt 135 000 Euro“, erzählt Lächele. Mittlerweile sei das Stiftungskapital – unter anderem wegen einer Erbschaft – beträchtlich gewachsen. „Die Arbeit in der Bürgerstiftung macht viel Spaß. Es ist schön, wenn wir Geld verteilen dürfen und notwendige Projekte unterstützen können“, freut sich Lächele. Durch langfristige Anlagen könne ein gleichbleibendes Zinsniveau gehalten werden. Etwa 7000 Euro an Zinserträgen können so jedes Jahr für die weitgefächerten Stiftungszwecke verwendet werden. Gemäß den Statuten einer Stiftung wird das Kapital nicht angetastet und sichere so langfristig Erträge. Nach Aussage Lächeles, ist die Bürgerstiftung Essingen keine operativ arbeitende Stiftung. „Wir sind eher eine Einrichtung, die Dinge anregt und zum Laufen bringt“, erklärt der Vorsitzende. Die Stiftungszwecke sind sehr weitgefächert und reichen von der Förderung und/oder Würdigung von Bildung und Erziehung, Wissenschaft, Forschung, Jugend- und Seniorenhilfe, Kunst und Kultur, Heimatpflege und Denkmalpflege, Sport, Umwelt- und Naturschutz, Landschaftspflege über das öffentliche Gesundheitswesen bis zu mildtätigen Zwecken in der Gemeinde Essingen. Momentan sind zwei Projekte aktuell: Der Kinder- und Jugendförderpreis (EsKiJu) 2010 wurde ausgeschrieben und im Herbst wird der Sozialführerschein starten. Unter dem Slogan „Älter werden in Essingen“ hatte die Bürgerstiftung erstmals alle in Essingen in der Seniorenarbeit tätigen kirchlichen Vertreter und Organisationen zum Erfahrungsaustausch an einen Tisch geholt. „Sie kannten sich zwar alle, aber waren in dieser Form noch nicht zusammen“, berichtet der Vorsitzende. Es zeigte sich schnell, dass von Senioren vielfältige ehrenamtliche Hilfe erwünscht sei und auch geleistet werde, jedoch weiteres ehrenamtliches Engagement dringend notwendig erscheine. Der neue Kurs „Sozialführerschein Essingen“, ist für maximal 15 Bürgerinnen und Bürger gedacht und soll fit fürs Ehrenamt machen. Mit dem EsKiJu, der mit einem Preisgeld von insgesamt 1500 Euro dotiert ist, wolle man Projekte und Initiativen fördern, die im Bereich der Betreuung, Beschäftigung, Prävention, Integration und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen wirken. „Die Projekte gehen uns nicht aus“, weiß Lächele. Auch die Unterstützung Kulturarbeit ist der Bürgerstiftung ein großes Anliegen, so wurde die im vergangenen Jahr gegründete „Kulturinitiative Schloss-Scheune Essingen“ unterstützt. Und vor kurzem erst wurden die Sieger des von der Bürgerstiftung ausgerufenen Fotowettbewerbs gekürt. „Die eingereichten Fotos und Ansichten von Essingen waren sehr spannend“, spricht Lächele über die 879 Teilnehmer-Fotos. Schöne Fotos und viel Engagement: Ein bisschen stolz dürfe die Bürgerstiftung Essingen schon sein. Lächele ist sich sicher, dass Essingen weit und breit die einzige Gemeinde ist, die eine Bürgerstiftung ihr Eigen nennen darf und somit in Zeiten knapper Kassen der Kommunen für ihre Bürger Gutes tun könne.

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